Taxy.io: Vier Freunde, eine Idee, ein Investor

Stellt euch folgende Situation vor: Schlechtes Internet, eine Stunde Zeit, rumsitzen. Langeweile ist da vorprogrammiert. Nicht bei Daniel Kirch. 2018 kam ihm genau in so einer Situation ein wahrer Geistesblitz. Im Wartebereich der Aachener Stadtverwaltung diskutierte er die Unternehmensidee mit seinem späteren Mitgründer Sven. Als er schließlich aufgerufen wurde, war Taxy.io geboren – zumindest auf dem Papier. Welche Rolle wir dabei spielen, erfahrt ihr im Interview mit dem CFO des Aachener Unternehmens.

 

Seit wann gibt es Taxy.io?

Daniel: 2018 starteten wir mit einem EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In dem Rahmen sind wir auch vom Gründerzentrum der RWTH Aachen gecoacht worden, außerdem war RWTH-Professor für Unternehmenssteuerrecht Dr. Joachim Schiffers unser Mentor der ersten Stunde. Deswegen zählen wir als „RWTH Aachen Spin-Off“ und wurden 2018 von der RWTH auch mit dem Spin-Off Award ausgezeichnet.

 

Warum gibt es Taxy.io?

Daniel: Wir waren schon immer latent frustriert über den Bereich Steuerberatung: bei jeder Transaktion ist Steuerregulatorik immens wichtig, aber keiner blickt vollständig durch. Auf der anderen Seite haben wir gesehen, welche Kraft hinter Künstlicher Intelligenz und Automatisierung steckt. Darum dachten wir: Warum nicht beide Welten zusammenbringen und eine clevere digitale Lösung entwickeln – damit wäre jedem Wirtschaftsbeteiligten geholfen! Nachdem wir unser Gründerstipendium in den Händen hielten, haben wir unsere Jobs gekündigt und haben neu angefangen …

 

Was kann eure Software?

Daniel: Wir entwickeln künstlich-intelligente Lösungen für die Steuer- und Rechtsberatung, die den Anwendern die fehleranfällige und zeitintensive Gesetzesrecherche erleichtert und die Kommunikation mit dem Mandanten automatisiert. Die Software liest alle Gesetze, Urteile, aber auch interne Kanzleiliteratur ein – wesentlich schneller als der Mensch und ohne etwas zu vergessen. Das Gefundene kann sie auf individuelle Mandantensituationen übertragen und auf dieser Basis Lösungen vorschlagen. Große Kanzleien in Deutschland und in Österreich nutzen unsere Software bereits, aber auch Steuerabteilungen in großen Konzernen.

 

Wann kam der TechVision Fonds ins Spiel?

Daniel: Das war Anfang 2019. Vor der Gründung habe ich selbst dreieinhalb Jahre als Senior Investment Manager beim TechVision Fonds gearbeitet. So hatte ich bereits die Möglichkeit, das Unternehmen sehr gut kennenzulernen. Und auch die Mitarbeiter, die ich sehr schätze. Nach sechs Monaten in der EXIST-Phase hatten wir genug Traktion, um beim TechVision Fonds anzuklopfen. Von Anfang an war ein gegenseitiges Vertrauen vorhanden. Und natürlich hat es auch vom Geschäftsmodell her gepasst. Wir haben eine B2B-Ausrichtung und wir haben eine innovative Technologie entwickelt. Alles passte sehr gut zur Expertise des Fonds.

 

Wie ging es dann weiter?

Daniel: Wir haben den normalen Prozess der Pitches, Due Diligences und Vertragsverhandlung durchlaufen. Mit dem TechVision Fonds, der NRW.Bank und einer Gruppe von Business Angels mit profunder Branchenerfahrung haben wir dann die Seed-Runde abgeschlossen. Das Investment lag im siebenstelligen Bereich.

 

Womit hat euch der TechVision Fonds überzeugt?

Daniel: Mit seiner Technologieaffinität und seiner großen Erfahrung mit technologieorientierten Unternehmen. Viele Mitarbeiter sind selbst Wirtschaftsingenieure oder Naturwissenschaftler, die ein tiefergehendes Verständnis von Technologie besitzen. Nehmen wir unseren Ansprechpartner Björn. Er ist zudem ehemaliger Startup-Gründer und versteht daher die Anforderungen eines dynamisch wachsenden Unternehmens. Das ist viel wert. Ein weiterer Vorteil ist die räumliche Nähe.

 

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Daniel: Gerade überlegen wir, in welche Richtung wir weiterwachsen wollen. Wir wollen unserer Software auch allgemeines Recht wie Arbeits- und Kartellrecht beibringen. Dies wäre für Rechtsanwälte interessant. Mittelfristig starten wir außerdem die Arbeiten an einer englischsprachigen Version.

 

Euer Fazit: Hat sich die Kooperation gelohnt?

Daniel: Auf jeden Fall! Ansonsten wären wir nicht da, wo wir heute sind. So konnten wir schneller an den Markt gehen und uns personell vergrößern. Mittlerweile sind wir eine Firma mit 20 Leuten in Aachen, Köln und Wien. Wir bekommen auch viel Unterstützung in puncto Netzwerk. Bereits in der Seed-Runde konnten wir so dank TVF konkrete Business Angels finden. Für die Zukunft gibt es ein sehr gutes Investorennetzwerk für Folgefinanzierungsrunden. Auch unterstützt uns der Fonds bei der Mitarbeitersuche. Kurz: Wir sind sehr zufrieden!

 

Über Daniel Kirch

Daniel Kirch ist neben Sven Peper, Steffen Kirchhoff und Sven Weber Mitbegründer der Taxy.io GmbH. Als Geschäftsführer und CFO verantwortet er die Bereiche Finanzen, Organisation und Strategie. Der studierte Wirtschaftsingenieur hat nach seinem Studium in Aachen, München, Guadalajara und Shanghai zunächst als Unternehmensberater und als Senior Investment Manager gearbeitet. Der begeisterte Segler lebt in Köln.

 

Das Taxy.io Team Sven Peper, Daniel Kirch, Steffen Kirchhoff, Sven Weber

Hat dieser Beitrag ihnen gefallen?

Share on facebook
Auf Facebook teilen
Share on twitter
Auf Twitter teilen
Share on linkedin
Auf Linkedin teilen
Share on xing
Auf Xing teilen

Einen Kommentar hinterlassen